Vermessung 4.0

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Vermessung 4.0 2018-06-20T15:50:08+00:00

Wenn Roboter die Vermessung der Welt übernehmen 

Autonom fliegende, fahrende und schwimmende Messdrohnen und Messboote erobern die digitale Welt.

Digitalisierung 4.0 ist heute in aller Munde und man bekommt den Eindruck, da entsteht etwas ganz Neues. In Wirklichkeit haben viele Berufsgruppen diese Entwicklung bereits seit Jahren vorausgesehen und machen sich bereits deren Vorteile zu Nutze. Die digitale Welt, das „Internet of Things“ ist heute die Grundlage für viele Anwendungen des täglichen Lebens, wie  z.B. ein Golfplatzführer, ein Stadtnavigations-, oder Leitungsinformationssystem. Digitale Stadtführer erleichtern das Erkunden von Städten und Flugplanungssysteme steuern Drohnen und Messroboter vollautomatisch.

Schon ein digitaler Stadtplan ist ein Meisterwerk und eine große Hilfe im täglichen Leben. Das Werkzeug „Smartphone“ ist der Motor für die Umsetzung dieser Technik und löst den PC langsam ab. Der Geoinformatiker ist der Mediator, der diese Technik in den Berufsalltag bringt.

Die Digitalisierung im Vermessungsbereich hat schon seit Jahren Ihren Stammplatz. Hilft uns aber das Schlagwort „Vermessung 4.0“ in die Köpfe einer breiteren Nutzerschicht vorzudringen, soll uns das recht sein. Aber auch für die Vermessungsbranche ergeben sich noch neue Betätigungsfelder, wenn wir den Einsatz unserer digitalen Daten konsequent durchdenken und vorantreiben, so z.B. auch beim Thema „Vermessungsroboter“. Die Nutzung digitaler Daten ist die Grundlage für unsere tägliche Arbeit, wie ein verlässliches Navigationssystem oder  funktionierender Vermessungsroboter, egal ob er schwimmt, fliegt oder fährt.

Die Nutzung von neuen Algorithmen aus der Automobilindustrie – Stichwort autonomes Fahren und Objekterkennung – und aus der 3D Filmindustrie ermöglicht uns, dass der Fotoapparat zum Messsystem wird und die entsprechenden Aufnahmesysteme auch im Vermessungsbereich für die autonome Erfassung von digitalen Daten nutzbar gemacht werden. Die Vorteile dieser Technologie liegen auf der Hand. Wir reduzieren sowohl den teuren Außendienst um bis zu 90 % als auch den Innendienst auf selbstständig arbeitende Computer, die vornehmlich unbeaufsichtigt oder nachts arbeiten. Nebenbei bekommen wir so eine deutlich bessere Detailtreue der Ergebnisse und eine höhere Genauigkeit. Dazu ist es aber unabdingbar bestimmte Spielregeln einzuhalten, wie sie beispielsweise beim Workflow „Flying Surveyor“ vorgegeben werden.

Was sind Vermessungsroboter?

Heute verstehen wir unter Vermessungsrobotern selbständig agierende Geräte, die nach bestimmten Vorgaben digitale Daten nutzen, um sich autonom zu bewegen und neue digitale Daten erfassen. Die Erfassungssysteme können dabei vielfältig sein, vom elektronischen Theodolit, der in vordefinierter Reihenfolge bestimmte Punkte vermisst über ein selbständig fahrendes Boot, das automatisch eine vordefinierte Strecke abfährt, um Tiefen und Position zu messen, bis hin zu autonom fliegenden Drohnen (UAV´s), die an geeigneten Punkten digitale Fotos aufnehmen und diese dann zu exakten 3D Modellen verrechnet werden. Die Liste dieser Erfassungssysteme, also unserer „Vermessungsroboter“, lässt sich nicht nur beliebig erweitern, sondern noch interessanter: die Systeme lassen sich kombinieren und damit neue Betätigungsfelder und Einsatzgebiete finden. In unseren Labors testen wir fliegende Sonarsysteme, autonom fahrende Geräte, wie Mähroboter und Unterwasserdrohnen, die mit zentimetergenau bestimmte Routen abfliegenden und Objekte erfassenden Flugdrohnen gekoppelt sind.

Die wichtigsten Systeme

Es ist sicherlich nicht Aufgabe eines solchen Artikels alle Systeme im Detail zu beschreiben und zu erfassen. Viele Systeme sind in der Literatur ausführlich beschrieben. Elektronische Theodolite (Totalstationen) zum Beispiel sind für die Bauwerksüberwachung seit vielen Jahren im Einsatz. Fest montiert erfassen Sie unermüdlich definierte Punkte und melden jede noch so kleine Bewegung an den Administrator, der irgendwo auf der Welt auf sein Smartphone schaut.

Viele andere neue Erfassungsmethoden haben aber in den letzten zwei Jahren eine drastische Entwicklung genommen. Wir konzentrieren uns hier auf die wichtigsten Systeme die unsere tägliche Arbeit noch einmal deutlich verändern werden und somit den Begriff „Vermessung 4.0“ verdienen.

  • Autonom fliegende Vermessungsroboter (Drohnen oder UAVs)
  • Autonom fahrende Vermessungsboote und
  • Halbautonom fahrende terrestrische Fotosysteme

Schlussendlich geben wir noch einen kurzen Ausblick auf die zu erwartenden Entwicklungen der nächsten Jahre und auf die notwendigen Voraussetzungen in der Softwaretechnik und Internettechnik (Cloudtechnik).

Fliegende Vermessungsroboter – Aktuelle UAV Technik

Diese Technik hat bisher eine etwa zehnjährige Entwicklung durchgemacht und wenn wir ehrlich sind, ist erst seit etwa zwei Jahren ein technischer Stand erreicht, der die Vermessung mit Drohnen im normalen Tagesgeschäft sinnvoll erscheinen lässt und praktikabel und einfach genug abläuft. Ohne die Irrungen und Wirrungen dieser 10 Jahre wäre die Entwicklung von so zuverlässigen, wie einfach zu bedienenden Konsumerdrohnen, wie der DJI Phantom 4 pro gar nicht möglich gewesen. Überhaupt hätten wir ohne die Entwicklung von Konsumerprodukten, die millionenfach gefertigt werden, noch immer einen technischen Standard, der den Einsatz dieser Technik nur einer Handvoll Spezialisten vorbehalten wäre.

Was verstehen wir unter Konsumerdrohnen?

Schon der Begriff “Konsumerdrohne” war eine Zeit lang verpönt, wenn es um den Einsatz von UAV im Vermessungswesen ging. In der Zwischenzeit hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, unter anderem gestützt durch viele erfolgreiche Projekte, dass der Begriff „Konsumerdrohnen“ einen echten Mehrwert darstellt. Erst wenn man überlegt, was die Drohne für die Vermessungstechnik bedeutet, kann man die Forderungen an diese Technik qualifizieren und exakt formulieren. Das UAV (die Drohne) dient nur dazu das Vermessungsgerät (die Kamera) in die richtige Position zu bringen. Dadurch bekommt man den richtigen Blick auf die essentiellen Eigenschaften, um ein Modellflugzeug zu einem Arbeitsgerät umzufunktionieren. Wenn wir von einem Industrie- oder Konsumerprodukt sprechen, verstehen wir darunter Eigenschaften, die den Mehrwert gegenüber „handgemachten“ Geräten in der Einzelfertigung begründen:

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis durch hohe Stückzahlen
  • Industrielle Fertigung möglichst in Serienfertigung – keine Einzelfertigung
  • Immer gleich hohe Fertigungsqualität
  • Hoher Qualitätsstandard und eine qualifizierte Endkontrolle
  • Hoher technischer Standard durch eine gute Wettbewerbssituation (Konkurrenzbasierte System)
  • Einfache und preiswerte Servicesysteme
  • Vermessungsgeeignete Hardwarekomponenten

Mit der Entwicklung weg vom Modellbau und Spielzeug hin zum Serienprodukt hat der Konkurrenzdruck schnell Funktionen entwickelt, die auch der Verwendung zum Vermessungswerkzeug und Vermessungsroboter sehr gut getan haben.

Diese Technik hat unter anderem an Vorteilen gebracht:

  • Aufbauzeiten unter 2 Minuten
  • Flugzeiten bis zu 3o Minuten
  • Autonome und gesteuerte Cominghomefunktion (auch mit Batteriekontrolle)
  • Intelligente Flugakkus mit Lade- und Entladeüberwachung
  • Kostenlose Flugplaner für nahezu jede denkbare Flugmission
  • Rundum Kollisionsschutz
  • Abstandskontrolle zum Boden
  • Bodenkontrolle auf Unebenheiten
  • Hochsensibles Inertialmesssystem
  • Hochgenaue Gimbalkontrolle (ca. 1 Minute für Kamera und Fluggerät)
  • Hochgenaue Richtungskontrolle (elektronischer Kompass)
  • Genaue GPS Kontrolle (GPS und Glonass)
  • Integrierte, hochgenaue und bildstabile Kameras auch im Konsumerbereich
  • Bis zu 4k Auflösung im Videobereich
  • Riesiges Angebot an Missionsplanern mit allen denkbaren Steuermechanismen von Tapfly, POI-Steuerung, Flächenmissionen, Höhensensitive nach DGM, Objektverfolgung, Kontursteuerung uvm.
  • Handliche Größe, leicht und mit einer fürs Handgepäck geeigneten Verpackung

Wie viele Produkte die auf einer modernen Akkutechik beruhen, kommen wichtige Hersteller aus China. Man mag zu Produkten aus China stehen wie man will, kommt aber aktuell nicht um deren Marktvorteil herum. DJI ist ein besonders wichtiger Vorreiter für Drohnentechnik als Massenprodukt, die getrieben von dem Technikfanatiker Herrn Wang (Eigentümer und Geschäftsleitung) schon früh auf autonome Flugsysteme setzte. Zielmarkt war und ist der Fotograf. Waren schon die Flugsysteme bis zur Phantom 3 eine interessante Entwicklung, so war aber die Phantom 4 und Phantom 4 Pro+ Version 2 nochmal eine Evolution auf dem Weg zum perfekten Vermessungsroboter im mittleren Preissegment bis 4000 €. Ausschlaggebend war die Optik der neuen fest verbauten Kamera mit präzisen Glaslinsen, einem genauen ¾” und später einem 1″ Sensor und ein noch besseres superschnelles Gimbal zur Ruhigstellung der

Kamera während des Fluges. Der richtige Hammer für diese Technik war allerdings der Verschluss der Kameraoptik. Erstmals wurde in einer Kamera dieser Kategorie ein Global Shutter verbaut. Damit wurde sichergestellt, dass auch bei hoher Geschwindigkeit keine Verzerrung, wie bei üblichen CMOS Kameras stattfindet. Diese Technik findet man sonst nur bei wesentlich teureren Kamerasystemen, doch hier wurde sie Standard.

Sensationell war das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Highend Technik. Ein Trägersystem mit diesen Eigenschaften unter 2000 € anzubieten war sicherlich ein großes finanzielles Risiko. DJI zielte nämlich auf den Konsumermarkt und dort war dieser Preis schon wieder am oberen Ende. Dass man richtig lag, zeigte die Zahl der Vorbestellungen von über 1 Million Geräten und einem Verkauf von über mehreren Millionen Flugrobotern.

Es wäre allerdings unfair anderen Herstellern oder auch den Herstellern der klassischen Großdrohnen eine Lernfähigkeit abzusprechen. Alle Hersteller bieten heute ein Geräteprogramm an, dass man ruhigen Gewissens als „Vermessungsroboter“ bezeichnen kann (bis auf die Globalshuttertechnik). Man sollte auch immer vergleichen, was es an Features und Zubehör auf dem Markt gibt. Allen Anwendern tut es gut, wenn ein gesunder Konkurrenzkampf bei den Fluggeräteherstellern vorhanden ist. Es belebt das Geschäft.

Um es vorweg zu sagen, als Anwender und Entwickler des Workflows „Flying Surveyor“ ist es uns eher egal, welches Fluggerät das Messgerät in den Himmel bringt. Wir würden uns freuen, wenn es in diesem Preissegment mehr Wettbewerb geben würde, aber aktuell legen die Konkurrenten mehr Wert auf den Fotomarkt, als auf den Vermessungsbereich. Die heimischen Hersteller konzentrieren sich auf hochpreisige und großvolumige Trägergeräte, die schwere Ausrüstungen tragen können.

Einen Vergleich der für den Flying Surveyor nutzbaren Drohnen finden Sie auf unserer Homepage.

Flugroboter im Sondereinsatz

Es liegt auf der Hand, dass man diese Gerätekategorie für verschiedenste Aufgaben einsetzen kann. Der wohl häufigste Einsatz ist in den Bereichen der Lageplanerstellung über hochgenaue Orthophotos, in der Massenermittlung im Deponie- und Tagebau und in 3D Modellen zum Schneiden von Längs- und Querprofilen, als Basis für BIM und Gebäudemodellen.

Einsatz als Sonardrohne

Mit diesem Einsatzgebiet dringen wir in das Gebiet der Flussvermessung vor und zwar dorthin, wo niemand mehr hin will bzw. darf. Also an hochwassergefährdeten, schnellfließenden oder kontaminierten Flüssen, großwelligen Gewässern, unzugänglichen Uferzonen oder einsturzgefährdeten Uferbereichen.

Höhensensitive Missionsplanungen

Sie sind ein großer Wunsch der Flying Surveyor an die Robotik gesteuerten UAV´s. Dazu gibt es in der Zwischenzeit im Angebot der amtlichen Geodatenanbieter (z.B. BKG) die Möglichkeit genaue Höhendaten für ein definiertes Fluggebiet “on-the-fly” abzurufen und eine genaue Missionsplanung vorzunehmen. Mit üblichen Geoportalen (z.B. WebCADdy) kann man dort ein Fluggebiet definieren und an die geeignete App übergeben.

Das Ergebnis ist beeindruckend. Man bekommt immer gleiche Flughöhen, die UAV fliegt an der Geländekontur entlang und liefert eine gleichmäßige Überdeckung der Bilder. Das indiziert natürlich eine bessere Auswertegenauigkeit und keine weißen Löcher an Stellen mit unzureichender Überdeckung.

Gebäudegesteuerte Flugplanung

Gelingt es nun auch noch Gebäudehöhen zu integrieren, wäre der Flying Surveyor wunschlos glücklich. Der Flug wird risikoloser und das Ergebnis noch besser.

Was ist ein Höhenserver?

Warum erleichtern Höhenserver die autonomen Flugplanungen?

Darunter versteht man einen Server, der Anfragen einer Boundingbox zum Server schickt und die darin benötigten Höhen auf Knopfdruck ausspuckt und in das CAD (z.B. für eine Straßenplanung) oder in eine Flugplanung übergibt. Aktuell gibt es zwei Anbieter:

Den CADdy Höhenserver

Dieser Server liefert für Deutschland Höhendaten auf der Basis selbsterstellter Höhenmodelle aus verschiedensten Quellen. Die Daten sind an bestimmten Stellen sehr genau, haben aber an anderen Stellen größere Ungenauigkeiten von bis zu 3 m. Der Dienst ist für CADdy Clubmitglieder und WebCADdy Nutzer kostenlos, doch auch für Drittanbieter mit einer Flat Fee von monatlich 30 € nutzbar. Die Daten werden laufend durch ein Redaktionssystem und eine automatische Homogenisierung aktualisiert, selbstverständlich auch durch Höhenmodelle der Flying Surveyor.

GIS-basierte Flugvorbereitung

Aktuell auf dem Markt befindliche Missionsplanungssoftware hat verschiedene Möglichkeiten eine Mission für unterschiedlichste Aufgaben vorzubereiten und zu berechnen. Sie hat aber auch Defizite, wenn es um die Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben, unterschiedlichen Plangrundlagen, Begrenzungen oder eben die vorher erwähnten Geländedaten geht, die man für eine exakte, vielleicht grenzgenaue Flugplanung benötigt. Hier kommen die Stärken von Geoinformationssystemen, die mit amtlichen Geodaten, WMS/WFS Diensten und Koordinatensystemen arbeiten zum Tragen.

Arbeiten mit WebCADdy zur Ermittlung von Fluggebiet und Höhenmodellen

Das aktuell wohl am besten geeignetste System für eine professionelle Flugvorbereitung ist wohl WebCADdy, die browserbasierte Variante des seit über 35 Jahren etablierten und im Vermessungs- und Bauwesen wohl weitverbreitetsten CAD/GIS CADdy. Es läuft im Browser, ist damit unabhängig vom Betriebssystem und funktioniert sowohl am Smartphone, Tablet als auch auf dem Desktop.

Es unterstützt die amtlichen Koordinatensysteme weltweit und auch WMS-/ WFS Dienste. Damit kann auf Katasterkarten genauso wie auf amtliche Luftbilder, Google Maps oder OpenStreetMap als Planungsgrundlage zugegriffen werden. Ebenso stehen nahezu alle üblichen CAD- und GIS-Formate und Koordinatensysteme zum Export zur Verfügung. Über die Zeichenfunktionen lassen sich Fluggebietsbegrenzungen zentimetergenau ermitteln und einzeichnen.

Die Übergabe an die Flugsteuerungsapp erfolgt über die üblichen Formate wie kml oder EsriGris.

Die einfache Flugsteuerung

Sie ist neben der Berechnung der 3D Modelle ein Herzstück moderner vermessungstechnischer Flug- oder Bootsroboter. Hier erwartet uns ein großes Angebot an verlässlicher und leicht zu bedienender Steuerungstechnik. Sollten wir uns in einfachem Gelände (flach, keine großen Höhenunterschiede, keine hohen Gebäude) bewegen, benötigen wir keine Vorbereitung mit einem GIS. Dies ist nur in sehr bewegtem Gelände notwendig. Es ist immer eine persönliche Sache mit welchem System man besser zurechtkommt.

Aktuell empfehlen wir für die Kontrolle des Fluggerätes und der Aufstiegsrechte die herstellereigenen App DJI go4. Hier wird das Gerät kontrolliert und die Kameraeinstellungen getroffen. Für den Flug selbst verwenden wir das DJI Produkt kaum, da sie von der GUI und Bedienung eher umständlich für Vermessungsaufgaben ist. Das Standardprodukt für den Vermessungsflug ist aktuell Pix4D. Ein sehr einfacher Flugsteuerer der kostenlos im Android Playstore und im Apple AppStore zu bekommen ist. Er lässt in sekundenschnelle ein Gebiet definieren und den Flugauftrag exakt überwachen. Wir unterscheiden

  • Flächenflüge polygonal (entlang von Grenzen)
  • rechteckige Flüge mit Crossfunktion
  • Orbitflüge rund um ein Objekt
  • Differenzflüge, wo von Hand gesteuert wird und nur die Differenz der Fotos (Abstand von Foto zu Foto) eingegeben wird. Ist der Flug korrekt geplant, startet der Flugroboter (UAV) vollautomatisch und kehrt auch wieder vollautomatisch zurück.

Arbeiten mit 3D Software

Natürlich ist das Herzstück dieser Technik die Auswertung und Berechnung von 3D Modellen mit einer dafür geeigneten Software. Dazu hat sich in den letzten 2 Jahren ein intensiver Wettbewerb zwischen den verschiedenen Herstellern ergeben. Zwei Philosophien haben sich am Markt etabliert:

  • Desktopbasierte Auswertung
  • Auswerteservices im Internet

Beide Systeme machen Sinn. Desktopbasierte Systeme bieten den Vorteil, dass man sofort und benutzergesteuert auf die Daten zugreifen kann, allerdings benötigen sie eine gute Hardware. Online Auswertedienste sind hier dankbarer, haben aber gravierende Nachteile. Man hat keinen Einfluss auf das Auswerteergebnis und kann nicht in den Berechnungsvorgang eingreifen. Die Netzgeschwindigkeit ist sehr wichtig beim Hochladen der Bilder (das können gut und gerne weit über 1000 oder mehr sein). Preislich sind die Dienste natürlich günstig, wenn man nur 1 oder zwei Modelle zu berechnen hat, teuer wird es aber wenn es zum täglichen Geschäft gehört (und das geht sehr schnell)

Als Hersteller haben sich besonder Agisoft und 3Dsurvey auf dem Markt profiliert, während DroneDeploy, Pix4D und Altizure bei den Dienstleistern die Nase vorne haben.

Wir möchten am Beispiel von 3Dsurvey die Möglichkeiten dieser sehr innovativen Lösung erläutern. Wir sind von 3Dsurvey momentan überzeugt, weil es von Vermessern für Vermesser gemacht wird, also näher am Herzen des Berufes ist. Die Highlights 2018 sin:

  • Verarbeitung von bis zu 3000 Fotos
  • exakte Bündelblockausgleichung
  • Bodenstrukturerkennung
  • schneller Strukturerkennungsalgorithmus
  • hochgenaue Ergebnisse
  • Georeferenzierung über Bodenkontrollpunkte
  • einfache schnelle Massenermittlung
  • Export von Geländemodell und Orthofoto
  • Längs- und Querschnitte
  • CAD – Zeichenfunktionalität
  • Berücksichtigung einer Kamerakalibrierung

Welche Vorteile bringt eine Vermessung mit Fotos

Sehr oft werden wir gefragt, was die Vorteile des Arbeiten mit Fotovermessungssystemen sind? Was ist genauer? Was ist schneller? Hier ein paar Antworten auf dieses komplexe Thema für die Praxis aus der Erfahrung von nahezu 1000 Projekten, die mit dieser Technik erstellt wurden.

  • Die klassische Vermessung ist zeitaufwendig und kostenintensiv
  • Vektordaten sind nicht so repräsentativ, der Kunde versteht sie nicht
  • Ein Orthophoto erklärt das Gelände auch für Laien besser
  • Schwieriges/ unzugängliches Gelände muss gar nicht betreten werden
  • Anstatt von hunderten von Punkten müssen nur noch Bodenkontrollpunkte gemessen werden (weniger menschliche Fehler)
  • Vergessen von Punkten gibt es nicht mehr, Punkte können nach Jahren noch reproduziert werden
  • Die Aufnahme ist wesentlich detailgetreuer und filigraner
  • Die Vermessung ist deutlich genauer bei entsprechender Anordnung
  • Hervorragende Vorbereitung für BIM Projekte

Vermessen mit autonomen Messbooten (Schwimmroboter)

Natürlich gehört auch das selbstständig fahrende Vermessungsboot zu den Vermessungsrobotern, erfasst es doch große Unterwassergebiete vollkommen eigenständig und mit einer bis jetzt nicht vorstellbaren Genauigkeit. Aktuell gibt es kein großes Angebot an autonom fahrenden Booten und das System „Swimming Surveyor“ ist nach wie vor das einzige auf dem Markt, dass in Serie verfügbar ist. Dabei haben sich mit dem System „Surveyor 1“ auch viele Erfahrungen angesammelt, die wir im neu auf dem Markt kommenden Surveyor 2 verarbeitet haben. Das System Surveyor 1 bleibt nach wie vor das Einsteigermodell. Die Eigenschaften dieser Schwimmrobotikfahrzeuge:

  • Autonom fahrende Messboote mit CPU aus der Drohnentechnik
  • Steuerbar über spezielle Apps aus der UAV Technik
  • Handsteueroption
  • Ermittlung des Fahrgebietes über WebCADdytechnik (Erkundungsflug bei verändertem Gelände)
  • Stromversorgung über Lipos aus der Drohnentechnik (Laufzeit ca. 1 Stunde pro Akku)
  • Propellerschutz über Innen verbaute Schraube (Jetantrieb)
  • Hochpräzises Sonarsystem mit Positionierung über GPS
  • Prismenaufsatz für landgestützte Robotiksysteme (Totalstationen)
  • Befestigungsmöglichkeit für RTK GPS

Die Messtechnik des Surveyor 1 hat sich gut bewährt, allerdings auch Schwächen aufgezeigt. So war das Boot zu schwach bei stark fließenden Gewässern und starkwelligen Gewässern im Offshorebereich. Das Einsatzgebiet war und ist begrenzt auf kleinwellige Gewässer und Baggerseen mit begrenzter Reichweite.

Die Neuentwicklung des Surveyor 2 zielt genau auf dieses neue Einsatzszenario. Die Features des Surveyor 2:

  • Stärkere Motorisierung (stärker, stabiler, schneller)
  • Größerer Bootskörper und damit stabiler auf dem Wasser
  • Propellerschutz für verschmutzte Gewässer
  • Höhere Akkuleistung (Längere Laufzeit bis zu 2 Stunden und Reserveakku für Coming Home)
  • Neues Sonarsystem fest verbaut
  • Neues RTK GPS für hochgenaue Routenplanung und Messaufzeichnung
  • Kumulierte Aufzeichnung von Position und Tiefe
  • Visualisierung der Verbindung über WebCADdy (vorbereitet)
  • Integriertes Prisma für landgestützte Robotik
  • Vorbereitet für neuartige Ufererkennung über Abstandradar

Landgestützte Robotiksysteme für terrestrische Datenerfassung

Grundsätzlich zählt natürlich, wie ganz oben schon erwähnt, auch eine automatische Totalstation zu den Robotiksystemen. Eine echte Robotikfunktion erreicht man aber nur, wenn man im Bauwerkscontrolling immer wieder bestimmte Ziele ansteuert und diese exakt vermisst und dokumentiert, z.B. bei Setzungsmessungen.

Wir denken in diesem Zusammenhang aber mehr an die terrestrische Fotovermessung. Wir decken damit Gebiete ab, die  aufgrund gesetzlicher Auflagen nicht zu befliegen sind (z.B. auf einer Autobahn) oder weil bestimmte Gebäudeerfassungen im BIM- oder Dokumentationbereich dies als sinnvoll erscheinen lassen.

Auch in diesem Bereich sind robotisierte Aufnahmesysteme auf dem Vormarsch. Aktuell haben wir noch kein autonom fahrendes Fahrzeug im Einsatz, sind aber bereits am Testen. Aktuell steuern wir noch von Hand, allerdings laufen alle anderen Vorgänge bereits vollautomatisch ab.

Das System arbeitet im Prinzip analog zum Flugroboter. Wir zeichnen so viele Fotos georeferenziert wie notwendig auf, um ein eindeutiges hochgenaues 3D Modell berechnen zu können. Dabei ist die Kameraposition nicht in einer Drohne befestigt, sondern auf einem Fahrzeug in ausreichender Höhe angebracht oder wird sogar von Hand gehalten. Die exakte GPS Position (wenn möglich RTK korrigierte GPS Koordinate z.B. mit Sapos) wird nachträglich in das Foto eingetragen und über den Zeitstempel korreliert. Damit ist dann eine zentimetergenaue Ermittlung eines 3D Modells machbar.

Anfragen und mehr Infos auf https://www.caddy-geomatics.de

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